Kurzmitteilung

Erster Vorbericht in den NNU erschienen

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Der wissenschaftliche Vorbericht zu den Ausgrabungsergebnissen der Flächengrabung von 2012 ist soeben erschienen:

Daniel LAU, Nicole GRUNERT, Sarah SCHLÜTER, Stefanie UNLAND, Tim EGGERT und Wienke AUFDERHAAR, Vorbericht zu den Ausgrabungen eines mittelalterlichen bis neuzeitlichen Herrenhofes in Bissendorf, Gmde. Bissendorf, Ldkr. Osnabrück, 2012. Nachrichten aus Niedersachsens Urgeschichte 82, 2013, 201–221.

NNU81

Kurzmitteilung

Abendvortrag im Landhaus Stumpe

Am 11. Februar spricht Dr. Daniel Lau über die Ergebnisse der archäologischen Ausgrabungen in Bissendorf 2011-2013 im Landhaus Stumpe in Bissendorf.

Dank der archäologischen Forschungen in den letzten Jahren kann eine kontinuierliche Besiedlung des Bissendorfer Ortskerns seit dem 8./9. Jahrhundert nachgewiesen werden. Anhand der archäologischen Befunde wird die Geschichte des alten Gutshofes bis in das 17. Jahrundert skizziert. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf einem befestigten Wohngebäude aus dem 11. Jahrhundert.

Der Eintritt ist frei

11. 02. 2014 * 19.00 Uhr  * Landhaus Stumpe * Osnabrücker Straße 11, 49143 Bissendorf

Publikationen zum Jahresabschluss

Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen und die Auswertungsarbeiten der diesjährigen Kampagne sind zumindest von technischer Seite abgeschlossen, das bedeutet: Die Grabungsdokumentation bestehend aus Fotografien, Zeichnungen, Plänen und Beschreibungen wurde so weit wie möglich digitalisiert, in der Datenbank der Stadt- und Kreisarchäologie Osnabrück abgelegt und ein Grabungsbericht wurde angefertigt.

Doch darüber hinaus laufen eine ganze Reihe weiterer Forschungen an einzelnen Fundstücken oder größeren Komplexen, um weitere Erkenntnisse für die Bissendorfer Ortsgeschcihte aus den Ergebnissen zu ziehen. Beispielsweise wird gerade an einem Bericht über den Bernsteinring gearbeitet, der bereits 2012 entdeckt wurde und die Importkeramik aus Bissendorf soll im Rahmen eines größeren privat initiierten Projektes aufgearbeitet und ausgewertet werden.

Neben den zahlreichen Pressemitteilungen, Radiosendungen und auch Fernsehbeiträgen , die in diesem Jahr über die Ausgrabungen berichtet haben (siehe Pressespiegel) sind auch heimatkundliche und wissenschaftliche Beiträge erschienen bzw. in den Druck gegangen:

1.  BRUNS, Der Goldfund von Bissendorf. De Bistruper 29, 2013, 10.

2. Daniel LAU, Bericht über die archäologischen Ausgrabungen auf dem alten Gut Bissendorf 2012. Heimat-Jahrbuch Osnabrücker Land 2014 (Alfhausen 2013) 192-200.

3. Daniel LAU, Nicole GRUNERT, Sarah SCHLÜTER, Stefanie UNLAND, Tim EGGERT und Wienke AUFDERHAAR, Vorbericht zu den Ausgrabungen eines mittelalterlichen bis neuzeitlichen Herrenhofes in Bissendorf, Gmde. Bissendorf, Ldkr. Osnabrück, 2012. Erscheint in den Nachrichten aus Niedersachsens Urgeschichte 82, 2013 (für Dezember geplant).

An die Redaktion der „Nachrichten aus Niedersachsens Urgeschichte“ eingeschickt wurde:

4. Daniel LAU, Ein spätottonisch-salierzeitlicher Rittersitz in Bissendorf, Gmde. Bissendorf, Ldkr. Osnabrück. Erscheint in den Nachrichten aus Niedersachsens Urgeschcihte 83, 2014.

Neuerscheinungen werden im Literaturverzeichnis angeführt.

Ich wünsche auch im Namen des gesamten Grabungsteams allen Interessierten, die stets aufmerksam unsere Berichte verfolgt haben eine frohe Weihnachtszeit und einen guten Rutsch in das Jahr 2014!

– – – Daniel Lau

C14-Proben bestätigen Forschungsergebnisse

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Die Mitte Oktober an das Beta Analytic Lab nach London eingeschickten Holzkohleproben zur C14-Datierung sind untersucht worden. Die Ergebnisse bestätigen die bislang aufgrund einer Analyse des geborgenen archäologischen Materials gemachte Annahme, dass der steinfundamentierte Bau zu Beginn des 11. Jahrhunderts errichtet wurde.

Die kalibrierte Datierung der Holzkohleproben liegt bei cal AD 980-1030

Datierungskurve einer der Holzkohleproben aus Bissendorf

Zwei Proben aus der hölzernen Substruktion stimmen im Datum cal AD 980-1030 überein und belegen damit, dass die zum Bau des Fußbodens verwendeten Balken frühestens um das Jahr 980 gefällt worden sein können.

Da das Gebäude um 1100 abgebrannt ist (münzdatiert), wird die Nutzung demnach maximal 100-120 Jahre betragen haben. Geht man jedoch davon aus, dass die Balken eventuell erst nach einer längeren Zeit der Lagerung oder sogar in zweiter Verwendung verbaut worden sind, schrumpft die Nutzungsphase durchaus auf 50-70 Jahre zusammen.

Alles in allem bestätigen die C14-Datierungen die archäologischen Ergebnisse, so dass nun erwiesen ist, dass ein sogenanntes „festes Haus“, ein befestigter Wohnbau, zur Salierzeit (11. Jahrhundert) in Bissendorf bestanden hat und als Wohnung der dort lebenden Adelsfamilie gedient hat. Die in dem Haus gemachten Funde beleuchten das Alltagsleben dieser Familie. Mehrere wissenschaftliche aber auch populärwissenschaftliche Berichte sind derzeit in Arbeit, die sich mit der Sachkultur und dem steinfundamentierten Gebäude aus Bissendorf beschäftigen.

 

Holzkohleproben zur Analyse eingeschickt

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Aus den Resten der hölzernen Fußbodenkonstruktion im Keller der Residenz  konnten während der Grabung einige Holzkohleproben entnommen werden. Diese Proben wurden vergangene Woche zur wissenschaftlichen Datierung mit der Radiocarbon-Methode (C14) in ein Labor nach London geschickt. Gestern bestätigte das Labor die Ankunft der Proben bestätigt und sagte ein Ergebnis der Untersuchungen für Mitte November zu.
Die Datierung dieser Proben ist von großer Bedeutung für die Archäologie, denn damit wird das Gründungsdatum der Residenz bis auf wenige Jahrzehnte genau eingegrenzt. Die Funde, die während der Grabung gemacht worden sind, spiegeln lediglich den Zeitpunkt des letzten Nutzungshorizontes wider – also bis zum Moment als das Gebäude durch Feuer zerstört wurde (im ersten Viertel des 12. Jhs.). Durch die C14-Datierung der hölzernen Bauelemente wird der Zeitpunkt bestimmt an dem die Bäume gefällt worden sind – auch hier gibt es daher einen Unsicherheitsfaktor, der bei der Interpretation der Daten zu berücksichtigen ist, denn zwischen dem Fällen der Bäume und dem Einbau des Holzes als Fußboden im Keller der Residenz können mehrere Jahrzehnte vergangen sein. Noch komplizierter wird es, wenn das Holz zuvor in einem Vorgängerbau genutzt worden ist und für die Residenz in sekundärer Verwendung eingebaut wurde. Um diesen Unsicherheitsfaktor zu minimieren wurden daher mehrere Proben aus unterschiedlichen Bereichen, von unterschiedlichen Bauelementen, genommen.
Bis zum Ergebnis der Analyse wird derzeit an der Rekonstruktion der Tongefäße und der Restaurierung einiger der wichtigsten Eisenfunde gearbeitet. Erste Ergebnisse dieser Arbeiten werden in den nächsten Tagen an dieser Stelle präsentiert.

Ausgrabung beendet

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Die Ausgrabungen in Bissendorf sind heute abgeschlossen worden. Zieht man ein erstes Resümee, so wurden die Erwartungen, die an die Ausgrabung gestellt wurden, erfüllt. Die bereits gewonnene Erkenntnis, dass es sich bei dem um 1100 zerstörten Gebäude um das repräsentative Wohnhaus der lokalen Elite handelte, konnte eindeutig bestätigt und mit weiteren Beweisen in Form von Funden und Befunden untermauert werden. Damit können die Ergebnisse der Ausgrabung unmittelbar an die älteste historische Erwähnung des Ortes (1160 – Nennung der Kirche und 1182 – Nennung des Giselbert von Bissendorf) anknüpfen. Außerdem konnte der komplette Gebäudegrundriss dokumentiert werden und auch für den obertägigen Aufbau des Gebäudes können Indizien vorgelegt werden (Lehmfachwerk, weiß verputzt, Dachdeckung vermutlich mit Stroh).

Auch die weitere Geschichte der Grabungsfläche konnte geklärt werden: Nachdem das Gebäude um 1100 durch Feuer vernichtet wurde verfüllte man den Kellerbereich mit dem Gebäudeschutt und errichtete ein neues massives Pfostengebäude auf dem planierten Schutt. Nach Abriss dieses Holzgebäudes wurde ein Brunnen angelegt. Funde aus der Brunnenverfüllung belegen, dass dieser im 13./14. Jh. wieder aufgegeben worden sein muss. Das Pfostengebäude fügt sich zeitlich also in die Lücke zwischen dem steinfundamentierten Bau und den Brunnen ein. Nach Aufgabe des Brunnens wurde der Bereich als Garten/Wiese genutzt.

Was geschieht nun im Anschluss an die Ausgrabung?

Zunächst findet bis Ende November eine Auswertung des Datenmaterials statt. Das bedeutet, dass die Funde gereinigt und wenn möglich restauriert werden (zerscherbte Tongefäße werden zusammengeklebt, Eisenobjekte von Korrosion befreit usw.). Dann werden die Daten zu Messungen, Zeichnungen, Beschreibungen usw. der Funde und auch der Fundkontexte in einer Datenbank erfasst. Nach Abschluss dieser reinen Dokumentations- und Archivarbeit findet dann eine Auswertung, also eine Interpretation der Fundzusammenhänge statt. Zwar ist bereits eine Menge über den Status des Gebäudes bekannt (Adelssitz, Datierung in das 11./12. Jh) aber die Einzelfundanalyse kann das Bild, dass dadurch von der Vergangenheit entworfen wird, schärfen und jedes erkannte Detail kann die Erkenntnis zur Ortsgeschichte Bissendorfs verdichten.
Holzkohleproben werden zur naturwissenschaftlichen Datierung in ein Labor eingeschickt – die Proben wurden aus dem Baumaterial der hölzernen Unterkonstruktion  gewonnen und helfen damit das Gründungsdatum des Gebäudes näher einzugrenzen.
Schließlich werden die gesammelten Erkenntnisse in einem Grabungsbericht vorgelegt, der in seiner wissenschaftlichen Form der Wissenschaftscommunity zur Verfügung gestellt und der in einer zusammenfassenden Form im Heimatjahrbuch Osnabrücker Land erscheinen wird.