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Die Hinweise auf eine im Mittelalter ansässige Oberschicht in Bissendorf mehren sich. In den vergangenen Tagen wurden mehrere Fragmente von für die damalige Zeit wertvollen Tongefäßen gefunden. Während die überwiegenden keramischen Funde auf eine lokale Herstellung im Hauswerk hinweisen, konnten nun auch größere Fragmente von importierter auf der Töpferscheibe gefertigter Irdenware gefunden werden. Es handelt sich dabei um eine vom Ton her gelbliche bis helle Keramik mit dunkelroter pastoser Bemalung. Diese Stücke wurden während des gesamten Hochmittelalters genutzt und datieren in die Zeit von etwa 900 bis 1250.

 

Randfragment mit randständigem Henkel der rotbemalten gelben Irdenware, hochmittelalterlich.

Zwei Herstellungsregionen lassen sich für das Hochmittelalter ausmachen, die diese Art Töpfe hergestellt haben: rheinländische Keramik vom Typ Pingsdorf und Tongefäße aus dem Weserbergland. Aus welcher Region die Stücke aus Bissendorf stammen lässt sich bei oberflächlicher Betrachtung noch nicht entscheiden. Die Nähe zu Osnabrück, wo eindeutige Fragmente der Pingsdorfer Ware identifiziert wurden, spricht für weiterverteilte entsprechende Herkunft aus dem Rheinland. Die Lage Bissendorfs auf einer West-Ost-Route schließt hingegen nicht aus, dass die Keramik aus dem Weserbergland stammt.

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