Schlagwörter

, , , ,

Arbeitsfoto des spätmittelalterlich verfüllten Bruchstein-Brunnens mit hölzerner Unterkonstruktion.

Es zeigte sich schnell, dass nur noch wenige Steinlagen der Bruchsteinfassung in die Tiefe führten und unmittelbar auf Grundwasserniveau setzte eine sehr gut erhaltene hölzerne Unterkonstruktion ein. Der hölzerne Brunnenkasten ist aus schweren Balken in Blockbauweise konstruiert. Da auf der obersten Lage noch Einkerbungen erhalten sind liegt die Vermutung nahe, dass der Brunnen ursprünglich höher aus Holz aufgebaut war, so dass hier mindestens zwei Bau- oder Nutzungsphasen des Brunnens vorliegen (es ist jedoch generell nicht ungewöhnlich, dass Brunnen über eine hölzerne Unterkonstruktion verfügen).

Sehr gut lässt sich die Blockbauweise erkennen in der die Balken ineinander gefügt sind.

Die Balken werden in der kommenden Woche geborgen, um sie für eine dendrochronologische (Baum-Jahrring-Datierung) Untersuchung vorzubereiten. Damit kann bis auf wenige Jahre exakt das Fälldatum der Bäume und damit annähernd auch der Brunnen datiert werden. Aufgrund des feuchten Bodenmilieus haben sich organische Funde besonders gut erhalten, so konnte bereits heute eine spätmittelalterliche Schuhsohle geborgen werden, die umgehend in die Restaurierung gegeben wurde, um sie zu konservieren. Weitere spannende Erkenntnisse sind in der kommenden Woche zu erwarten.

(Dr. D. Lau)

 

Advertisements