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Die Ausgrabungen in Bissendorf sind abgeschlossen.
Seit März wurde der Bereich nördlich des Bissendorfer Rathauses hinsichtlich seiner archäologischen Zeugnisse von einem Team der Stadt- und Kreisarchäologie Osnabrück in Kooperation mit zahlreichen Studenten der Universität Münster untersucht. Auch wenn die Auswertung der umfassenden Dokumentation erst Ende Februar 2013 abgeschlossen sein wird lässt sich bereits jetzt feststellen, dass die Ausgrabung mehrere Erkenntnisse erbracht hat, die für das kulturelle Gedächtnis des Ortes, aber auch für die Region, von Bedeutung sind.

Die bislang bekannte Geschichte Bissendorfs (älteste schriftliche Erwähnung 1160) kann bis in das 8. Jahrhundert zurückdatiert werden – eindeutige Spuren einer Besiedlung des alten Ortskerns liegen in Form eines Grubenhauses und entsprechender Funde vor. Vereinzelte Funde lassen sogar auf eine noch ältere Besiedlung im Umfeld der untersuchten Fläche schließen. Aus der Zeit um 1100 stammt ein steinfundamentierter großer Repräsentationsbau – zu einer Zeit in der das heutige Haus Bissendorf nur in Form eines Wohnturmes o.ä. bestanden hat. Das Haus verfügte über einen komplett halbhoch unterkellerten Bereich, der mit Holzbohlen ausgelegt war. Das Erdgeschoss und ein mögliches Obergeschoss waren in Lehm-Fachwerk aufgebaut. Es besteht kein Zweifel, dass dieses Haus die Residenz des edlen Geschlechts derer zu Bissendorf darstellt. Eindeutige Funde, die auf eine adelige Elite zurückzuführen sind (Importkeramik und hochwertige Metallgegenstände) konnten aus dem Inneren des Gebäudes geborgen werden.
Die in den nächsten vier Monaten folgende Aufarbeitung der Dokumentation wird in einen wissenschaftlichen Grabungsbericht münden, dem sicherlich auch ein populärwissenschaftlicher Beitrag in den regionalen Organen der Heimatvereine zur Seite gestellt sein wird.
Nach wie vor werden an dieser Stelle in unregelmäßigem Abstand neue Erkenntnisse veröffentlicht werden.

(Dr. Daniel Lau)

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