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Der Fund der Grabungswoche vom 26.-30. August 2013 stammt aus der Brandschuttschicht des untersuchten Gebäudes, hat mit dem hochmittelalterlichen Befund jedoch nichts zu tun. Eine Steinaxt mit den Maßen 10,5 x 4,5 x 4,0 cm, eine Ende ist relativ gut erhalten, das andere ist vollständig abgebrochen. Gut erhalten hingegen ist die sorgsam ausgeführte Durchbohrung (Durchmesser 2,2 cm). Die Axt besteht aus einem grau-grünem kristallinem Felsgestein, das an Granit erinnert, mit weißen Einschlüssen. Die Oberfläche ist sorgsam geglättet, an einigen Stellen, vermutlich vom Gebrauch, glänzend.

Inv.-Nr. B 13:5/124 - Steinaxt - steinzeitlich

Inv.-Nr. B 13:5/124 – Steinaxt – Einzelgrabkultur (?)

Nach erster Durchsicht von Vergleichsstücken entspricht der Fund am ehesten den Äxten der Einzelgrabkultur (2800-2200 v. Chr.)/Kulturen mit Schnurkeramik. Typischerweise gelangten solche Äxte als Beigabe in Gräber. Da sich unser Fund der Woche jedoch in einer hochmittelalterlichen Schicht befand, ist davon auszugehen, dass die Axt bei Bodenarbeiten im Mittelalter gefunden und als „besonderes Fundstück“ als „Donnerkeil“ mitgenommen und aufbewahrt wurde. Der Glaube, dass ein im Dachstuhl aufgehängter Donnerkeil das Gebäude vor Blitzeinschlag schützt war weit verbreitet. Ironischerweise könnte aber gerade ein Blitzeinschlag die Brandursache für die Zerstörung des Gebäudes um 1100 gewesen sein – dies ist jedoch rein spekulativ und bisher nicht zu beweisen.

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