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Der Fund der vergangenen Grabungswoche (vom 16. bis 20. September 2013) ist augenscheinlich wenig spektakulär: Es handelt sich um einen Wetzstein aus einem schwarzen feinkörnigen Gestein von etwa 11 cm Länge und 1-2 cm Durchmesser. Wetzsteine wie der aus Bissendorf stammende lassen sich nicht datieren, sie sind reine Zufallsprodukte in Form und Größe – selbst das Material ist nur nach funktionalen Kriterien ausgewählt worden. Dennoch gibt auch ein Wetzstein – es ist der erste in dieser Kampagne und der dritte insgesamt in Bissendorf gefundene – Einblicke in den Arbeitsalltag der Menschen im Mittelalter. Zahlreiche Messerfunde belegen die Notwendigkeit die Klingen nachschärfen zu müssen.

Ein Wetzstein aus der Zeit um 1100.

Ein Wetzstein aus der Zeit um 1100.

Deutlich spannender scheint ein weiterer Fund zu sein, der in derselben Woche gemacht wurde. Es handelt sich um ein kleines Bleiobjekt. Das Stück ist relativ flach und weist eine Anbohrung in der Mitte auf. Vor ein paar Wochen haben wir bereits ein figürlich verziertes Bleiobjekt als rätselhafte Bleiapplikation vorgestellt. Beide Funde zusammengenommen könnten nun einen Hinweis auf die ehemalige Funktion liefern: Sie könnten als Gewichte für eine Feinwaage gedient haben, die Anbohrungen wären demnach zum Zwecke einer Feinjustierung des Gewichtes zu deuten. In der Aufarbeitungsphase im Oktober und November werden die Gewichte beider Objekte bestimmt – möglicherweise lassen sich hier alte Gewichtseinheiten nachweisen.

Ein Bleigewicht (?) für eine Feinwaage aus der Zeit um 1100.

Ein Bleigewicht (?) für eine Feinwaage aus der Zeit um 1100.

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