Kurzmitteilung

OSZ berichtet

Die Osnabrücker Sonntagszeitung (OSZ) berichtete am vergangenen Sonntag über die laufenden Ausgrabungen.

Der Artikel wurde bereits im „Pressespiegel“ archiviert.

Artikel in der OSZ vom 29.09.2013

Artikel in der OSZ vom 29.09.2013

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Fund der Woche: goldene Nadel

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An den überraschenden Fund der Grabungswoche vom 23.-27. September 2013 wird sich Schülerpraktikant Aaron Oehlmann noch lange zurückerinnern. Der 16jährige entdeckte heute beim Abtrag der letzten Bodenbefunde eine goldene Nadel.
Das Objekt ist exakt 20 mm lang und hat einen Durchmesser von 1 mm. Eine Seite ist zu einer Öse umgerollt, das andere Ende ist stumpf und abgerundet. Der Durchmesser der Öse beträgt 1-1,5 mm.

Inv.-Nr. B 13:5/205 - goldene Nadel/ goldener Dorn - 11. Jh.

Inv.-Nr. B 13:5/205 – goldene Nadel/goldener Dorn – 11. Jahrhundert

Eine Nadel dieser Art diente entweder der Befestigung einer besonderen Fibel am Gewand oder aber, was aufgrund des stumpfen Endes wahrscheinlicher ist, als Zierdorn einer kleinen Riemen- oder Gürtelschnalle. Bislang konnte der zugehörige Rahmen nicht gefunden werden, möglicherweise gelangte er auch nicht in den selben Befund wie die Nadel.

Die goldene Nadel ist der bislang dritte Goldfund, der aus der hochmittelalterlichen Residenz aus Bissendorf stammt und zeugt einmal mehr vom Reichtum der Ritter von Bissendorf.

Schnitt 3 – Übersicht

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Der heutige Blick über die Grabungsfläche zeigt in Vergleich zu dem letzen Überblick einige deutliche Veränderungen. Im Bereich der östlichen Grabungshälfte konnte die Südostecke des Gebäudes ausgegraben und dokumentiert werden und in dieser Woche werden die letzten Bodenbefunde untersucht, bevor es dann in der kommenden Woche an die Dokumentation des Brunnens (etwa Bildmitte, unter der weißen Plane) geht. Funde zeigen sich derweil nur spärlich – sieht man von den üblichen Funden wie Tonscherben und Tierknochen ab, sind es vor allem Eisennägel, die zum Gebäude gehörten und Messerklingen, die in den letzten Tagen gefunden worden sind.

Blick von Osten über die Grabung - am 25. September 2013

Blick von Osten über die Grabung – am 25. September 2013

Fund der Woche: Wetzstein

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Der Fund der vergangenen Grabungswoche (vom 16. bis 20. September 2013) ist augenscheinlich wenig spektakulär: Es handelt sich um einen Wetzstein aus einem schwarzen feinkörnigen Gestein von etwa 11 cm Länge und 1-2 cm Durchmesser. Wetzsteine wie der aus Bissendorf stammende lassen sich nicht datieren, sie sind reine Zufallsprodukte in Form und Größe – selbst das Material ist nur nach funktionalen Kriterien ausgewählt worden. Dennoch gibt auch ein Wetzstein – es ist der erste in dieser Kampagne und der dritte insgesamt in Bissendorf gefundene – Einblicke in den Arbeitsalltag der Menschen im Mittelalter. Zahlreiche Messerfunde belegen die Notwendigkeit die Klingen nachschärfen zu müssen.

Ein Wetzstein aus der Zeit um 1100.

Ein Wetzstein aus der Zeit um 1100.

Deutlich spannender scheint ein weiterer Fund zu sein, der in derselben Woche gemacht wurde. Es handelt sich um ein kleines Bleiobjekt. Das Stück ist relativ flach und weist eine Anbohrung in der Mitte auf. Vor ein paar Wochen haben wir bereits ein figürlich verziertes Bleiobjekt als rätselhafte Bleiapplikation vorgestellt. Beide Funde zusammengenommen könnten nun einen Hinweis auf die ehemalige Funktion liefern: Sie könnten als Gewichte für eine Feinwaage gedient haben, die Anbohrungen wären demnach zum Zwecke einer Feinjustierung des Gewichtes zu deuten. In der Aufarbeitungsphase im Oktober und November werden die Gewichte beider Objekte bestimmt – möglicherweise lassen sich hier alte Gewichtseinheiten nachweisen.

Ein Bleigewicht (?) für eine Feinwaage aus der Zeit um 1100.

Ein Bleigewicht (?) für eine Feinwaage aus der Zeit um 1100.

Kurzmitteilung

Besuchen Sie die Ausgrabungen!

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Besuchen Sie die Ausgrabungen in Bissendorf!

Am 30. September sind Sie herzlich eingeladen die Ausgrabungen in Bissendorf zu besuchen. Zwischen 9 und 12 Uhr wird genügend Gelegenheit geboten den Archäolog*innen bei der Arbeit über die Schultern zu schauen.
Sie können Fragen an den Grabungsleiter Dr. Daniel Lau richten und sich über Hintergründe der Ausgrabung, laufende Arbeiten und erste Ergebnisse informieren.

Fund der Woche: Reitersporn (Teil 2)

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Die andauernden Regenfälle zu Beginn der Grabungswoche (vom 9.-13. September 2013) haben die Grabungsflächen erneut unter Wasser gesetzt, so dass in dieser Woche kaum gegraben werden konnte – Zeit genug also, um die ersten Zeichnungen zu digitalisieren und die Datenbank auf den aktuellen Stand zu bringen und Zeit, um einen bereits vorgestellten Fund erneut zu präsentieren: Der Reitersporn wurde in der Stadt- und Kreisarchäologie zum Teil restauriert und sorgte für eine Überraschung! Unter den starken Korrosionsschichten kam ein filigraner Stachel-Sporn zum Vorschein, der mit Silber plattiert ist und auch Kerbschnittverzierungen aufweist, die bislang jedoch nur rudimentär freigelegt werden konnten. Noch viel erstaunlicher sind aber die goldenen Stachelspitzen, die den Fund nicht nur aufgrund seiner Funktion (der Zugehörigkeit zur Reiterausrüstung) sondern auch aufgrund seiner Machart und der verwendeten Edelmetalle als prunkvolles Objekt hervorragender Güte ausweist, das eindeutig mit dem Adel in Verbindung zu bringen ist.

Inv.-Nr. B 13:5/40 - Stachelsporn, Eisen, Silber, Gold - 11./12. Jh.

Inv.-Nr. B 13:5/40 – Stachelsporn, Eisen, Silber, Gold – 11./12. Jh.

Sobald der Spon vollständig restauriert ist wird er weitere Informationen zu Machart, Verzierung und letztlich auch seiner Datierung preisgeben.

Es kristallisiert sich immer mehr heraus, dass die Ritter von Bissendorf sehr wohlhabend und damit auch sehr einflussreich gewesen sein müssen – ein Umstand, der bei der historischen Einordnung der Rolle, die die Familie „de Bessenthorp“ in der Region spielte, neu bewertet werden muss!

Detail des Sporns mit den goldenen Dornen

Detail des Stachels mit seinen goldenen Dornen

Erfolgreicher „Tag des offenen Denkmals“

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Vom Nieselregen ließen sich über 30 Interessierte nicht beeindrucken und besuchten am „Tag des offenen Denkmals“ eine Führung über das Grabungsgelände in Bissendorf. Nach einer Erläuterung der Hintergründe zu den Grabungen in den Jahren 2011 und 2012 standen die vorläufigen Ergebnisse der diesjährigen Grabungskampagne, rund um die hochmittelalterliche Residenz, im Mittelpunkt.

Am "Tag des offenen Denkmals" nahmen trotz des schlechten Wetters über 30 Besucher*innen teil.

Am „Tag des offenen Denkmals“ nahmen trotz des schlechten Wetters über 30 Besucher*innen teil.

Die Führung über das Grabungsgelände dauerte etwa 30 Minuten, daran schloss sich eine Fragerunde an, in der offene Fragen geklärt werden konnten. Insbesondere die Frage nach einer späteren oberflächigen Visualisierung des Gebäudeplans fand reges Interesse.

Grabungsleiter Dr. Daniel Lau erläutert die Befundzusammenhänge ...

Grabungsleiter Dr. Daniel Lau erläutert die Befundzusammenhänge …

Anschließend wurden ausgewählte Funde präsentiert, die in den vergangenen Wochen bei den Ausgrabungen entdeckt wurden

... und präsentiert dem Publikum Artefakte aus dem Zerstörungshorizont der Residenz.

… und präsentiert dem Publikum Artefakte aus dem Zerstörungshorizont der Residenz.

 

Ein Querschnitt durch die Bissendorfer Kleinfunde - zur Veranschaulichung waren auch unrestaurierte Funde dabei.

Ein Querschnitt durch die Bissendorfer Kleinfunde – zur Veranschaulichung waren auch unrestaurierte Funde dabei.

Fund der Woche: Schmuck

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Dem in der Kampagne 2012 gefundenen Schmuck (je ein Gold- und Bernsteinring sowie eine eisernen Ziernadel) kann seit dieser Grabungswoche (vom 02.-06. September 2013) eine Tonperle und ein Glasring hinzugefügt werden.

links: Inv.-Nr. B 13:5/126 - Tonperle - 2. Hälfte 11. Jh.; rechts: Inv.-Nr. B 13:5/141 - Glasring - 12./13. Jh. (?)

links: Inv.-Nr. B 13:5/126 – Tonperle – 2. Hälfte 11. Jh.; rechts: Inv.-Nr. B 13:5/141 – Glasring – 12./13. Jh. (?)

Die Tonperle ist tonnenförmig (Länge 15 mm, max.Dm. 17 mm, Perforations-Dm. 6 mm) und stammt aus der Brandschicht des Kellers. Sie datiert vermutlich in die zweite Hälfte des 11. Jhs. Der gelbe Ton, aus dem die Perle besteht, ist eine Besonderheit, denn sie zeichnet die Perle als Importstück aus. Ähnlich der bemalten gelben Irdenware muss stammt auch die Tonperle vermutlich aus dem Rheinland oder dem Höxteraner Raum.

Der gläserne Ring besteht aus gelbem, lichtdurchlässigem Glas und ist etwa zu 30-40% erhalten. Ähnlich wie der im vergangenen Jahr gefundene Bernsteinring weist auch der Glasring eine leicht hervorgehobene „Platte“ auf. Da der Ring im Schutt der Gebäudeverfüllung gefunden wurde und Glasringe ab dem 10./11. Jh. vermehrt auftreten wird er in das 12./13. Jh. datiert. Ebenso wie bei der Tonperle wird die Aufarbeitung im Herbst mehr Informationen für eine genauere Datierung liefern.

Schnitt 3 – Überblick

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Der Blick über die Grabung zeigt in dieser Woche, dass wir in der östlichen Grabungsfläche (bildunten) den anstehenden Sand erreicht haben. Die darüber liegende etwa zehn Zentimeter dunkelbraune, starke holzkohle-, mörtel- und bruchsteinhaltige Schicht repräsentiert die Zerstörungsschicht des Kellergeschosses. In dieser Schicht konnten in den vergangenen Tagen viele Tierknochen und Keramikfunde gemacht werden, u.a. fand sich darunter auch rotbemalte gelbe Irdenware von Pingsdorfer Machart, die allerdings auch in ähnlicher Form in den Töpferwerkstätten des Höxteraner Großraumes gefertigt wurde.

Blick über den Schnitt am 04. September 2013

Blick über den Schnitt am 04. September 2013

In den nächsten Tagen wird der Abtrag abgeschlossen und das letzte Planum dokumentiert sein. Wie bereits in der westlichen Fläche dokumentiert, zeichnen sich deutliche Spuren der hölzernen Unterkonstruktion des Fußbodens im gelben anstehenden Sand ab.